Deutschland ist kalt, öde, und die Menschen sind ein bisschen miesepetrig – so scheint es jedenfalls, wenn man sich mit Leuten unterhält, die dem Land den Rücken gekehrt haben uns ausgewandert sind. Und tatsächlich verlassen jedes Jahr mehr als hunderttausend Menschen Deutschland, inoffiziell wahrscheinlich wohl sogar mehr als zweihunderttausend. Dabei stehen die Schweiz, Skandinavien die USA und auch Australien hoch im Kurs, doch neu ist dies eigentlich nicht.
Tatsächlich hält die Abwanderungswelle schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts an. Bereits da bot Auswandern zumindest die Aussicht auf bessere Lebensqualität. In Deutschland wurde es schwer, nicht zu verarmen. Heute sind Arbeitslosigkeit und (gefühlte) mangelnde Lebensqualität die Hauptauswanderungsgründe.
Kein Ziel war/ist dabei weiter entfernt als Australien. Doch dort waren und sind die wirtschaftlichen und klimatischen Verhältnisse so gut, dass einige tausend jedes Jahr die teuere Reise auf sich nehmen.
Deutsche in Australien gab es bereits vor zweihundert Jahren. Sie prägten das Land mit und kamen zu Tausenden auf den Kontinent. Sie siedelten sich dort an, wo bereits Landsleute waren. Als sich 1901 die australischen Kolonien zum Commonwealth of Australia zusammenschlossen, lebten tausende deutsche Einwanderer in allen Städten der Ostküste, im Süden und in Perth.
Heute ist das noch ganz ähnlich. Die Ostküstenmetropolen sind die Zentren des Landes. Dort findet noch fast jeder Arbeit. Doch für Auswanderer mit typischen Ausbildungsberufen sind evtl. auch Jobs auf dem Land interessant, weil diese oftmals eher zum benötigten Visum verhelfen. Die Lebenshaltungskosten und Steuern sind zwar durchaus mit Deutschland vergleichbar, auch haben Australier in der Regel weniger Sozialleistungen und Jahresurlaub, aber ob Klima und Lifestyle das ausgleichen, ist Ermessenssache.
Doch auch in Australien wird nur mit Wasser gekocht und es ist nicht alles Gold was glänzt. Das Australien, das man im Urlaub kennen lernt, ist nicht unbedingt das Australien eines Arbeitnehmers mit fünf Arbeitstagen in der Woche. Und - obwohl viele Ausgewanderte nie mehr nach Deutschland zurück möchte - es gibt genügend Deutsche, die den Schritt bereut haben und zurückgekommen sind. Übrigens herrscht auch bei vielen Australiern auch so eine Art Europa-Sehnsucht vor. Wer sein Leben lang dort gelebt hat, der Träumt davon, einmal längere Zeit in der alten Welt zu leben.
Auf jeden Fall muss der Schritt, tatsächlich auszuwandern gründlich überlegt und vorbereitet sein. Hier finden Sie schon einmal viele generelle Informationen über Australien. Vielleicht kann auch mal eine unverbindliche Anfrage bei "kleine-sternchen-halle" einer Online Familienberatung auch für Auswanderer helfen. Auf keinen Fall sollte man ihn unüberlegt nur nach einem Urlaub in Australien gehen.