Wer auswandern möchte - und dabei möglichst weit weg von Deutschland - sollte sich einmal Chile genauer anschauen. Chile ist ein sehr sicheres Land in dem Ausländer willkommen sind. Bedingt durch zahlreiche deutsche Einwanderer Anfang des 19. Jahrhunderts in der Gegend um Puerto Mont, befinden sich vor allem im Süden von Chile viele deutschsprachige Familien, deutsche Schulen und Sportvereine sowie Krankenhäuser. Auch die Landschaft und Vegetation sind nicht besonders gewöhnungsbedürftigt für Deutsche, was man über das Klima allerdings nicht sagen kann: Lange Winter mit viel Regen und sehr kurze Sommer lassen einem das ach so schlechte deutsche Wetter in neuem Licht erscheinen.
Aber auch Santiago und die weiter nördlichen Regionen, wo das Wetter natürlich besser ist, bieten tolle Bedingungen für Einwanderer. Ob Patagonien oder Atacamwüste - wer mit dem Gedanken spielt nach Chile auszuwandern sollte unbedingt vorher einen längeren Urlaub in Chile machen. Wie für jedes andere Einwandererland gilt auch für Chile: Ohne Kenntnisse der Landessprache funktioniert überhaupt nichts. Chilenen sprechen schnell und undeutlich, was auch für Spanisch-Kenner anfangs ein Problem darstellen kann. Mit Englisch kommt man auch nicht sehr weit.
Geeignete Arbeit findet man nirgendwo einfach - auch nicht in Chile. Das gute zuerst: Ein Visum zu bekommen ist relativ einfach. Man benötigt nur einen Arbeitsvertrag und ca. 125 Euro. Dieses Arbeitsvisum kann man 3 mal verlängern, das heißt natürlich auch 3 mal bezahlen. Nach dem 3. Mal erhält man dann die unbefristete Aufenthaltserlaubnis.
Die etwas weniger gute Nachricht: Trotz seines relativ hohen Entwicklungsstandes (für Südamerikanische Verhältnisse), sind die Gehälter in Chile im Durchschnitt viel niedriger (700 Euro ist schon mal nicht schlecht) als in Deutschland. Wer jetzt denket das dafür - wie so oft propagiert in Reiseführer 0815 - die Lebenskosten ja dementsprechend niedriger sind, irrt sich gewaltig.
Oft ist das Gegenteil der Fall. Besonders bei den Preisen für Lebensmittel, Arztbesuchen und Ausbildung greift man sich oft an den Kopf. Positiv fallen da fast nur die Transportkosten auf: 1000km Überlandfahrt: 17 Euro, Metroticket Santiago unbegrenzt, ca. 50 Cent. Es ist daher schwer den deutschen Lebensstandard zu halten. Das ganze wird abgerundet durch eine 45 Stunde Woche und satten 15 Tage Urlaub im Jahr. Besonders verweisen muss man leider auf eine Gewisse Gehaltsschere. Die solide, aus Deutschland bekannte Mittelklasse ist erschreckend klein. Und wenn sie doch existiert ist sie viel weiter unten zu suchen.
Wen das jetzt nicht abgeschreckt hat und es trotzdem versuchen mochte in Chile: Nur Mut! Man kann in Chile ein hervorragendes Leben führen.
Tolle Landschaft, nette Leute und mit Glück und Ausdauer findet sich auch der passende Job.
Man muss es aber immer wieder betonen: Zu einer soliden Planung zum Auswandern gehört, dass man als aller erstes die Sprache lernt (nicht nur Grundkenntnisse) und schon vorher Kontakte knüpft für die Arbeitssuche. Die Wohnungssuche stellt generell kein Problem dar.